Seelsorgeraum Fiecht-Stans-Vomp

Gedanken zum Marienmonat

Der Monat Mai ist in besonderer Weise Maria gewidmet. In dieser Zeit wenden wir unseren Blick bewusst ihr zu. Wie die Natur im Mai aufblüht und neues Leben hervorbringt – natura bedeutet Werden, Wachsen, Entstehen –, so hat Maria uns den Erlöser geboren. Und doch wollte Christus nicht nur einmal in der Geschichte Mensch werden: Er möchte immer neu Gestalt gewinnen – in unseren Herzen und in unserem Leben.Die Bibel erzählt, dass der Erzengel Gabriel von Gott zu Maria gesandt wird. Er bringt keine fertige Lösung, sondern eine Einladung: Maria soll am Geheimnis der Menschwerdung Gottes mitwirken. Sie soll ein Kind empfangen – eine Zusage, die ihr ganzes Leben verändern wird.Wichtig ist: Maria entwirft keinen eigenen Plan, um die Welt zu retten. Sie analysiert nicht die Not ihres Volkes und handelt nicht aus eigener Initiative. Vielmehr heißt es schlicht: „Der Engel des Herrn wurde von Gott zu einer Jungfrau gesandt, die Maria hieß.“ Das bedeutet: Nicht der Mensch beginnt, sondern Gott. Er ergreift die Initiative, und der Mensch ist eingeladen zu antworten.Das ist auch für unser Leben entscheidend. Wir planen und organisieren vieles – und das ist gut. Doch fragen wir auch: Was will Gott von uns? Wohin ruft er uns? Maria war offen und wach für Gott. Darum konnte sie ihr „Ja“ sprechen – im Vertrauen, ohne alles zu überblicken.

Gott will auch heute neu geboren werden – in unserer Welt und in unserer Seele. Entscheidend ist nicht zuerst unser Können, sondern unsere Aufmerksamkeit: dass wir hinhören und wahrnehmen, was Gott uns zeigt. Er kommt oft unscheinbar, im Verborgenen und im Alltäglichen. Maria hat ihn erkannt. Wir ehren sie am tiefsten, wenn wir wie sie leben: hörend und offen für Gottes Ruf. (Pfr. Ioan)

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