Tag des Judentums
Vom Antijudaismus zu gemeinsamen Wurzeln – Die Revolution von Seelisberg 1947
Im Diskurs um Identität und kulturelle Traditionen in Europa fällt gelegentlich das Schlagwort des “christlich-jüdischen Abendlandes”. Gemeint ist dabei häufig eine Abgrenzung vom Islam. Doch wie sehr trägt das Konstrukt der “christlich-jüdischen “Identität” heute tatsächlich, angesichts neu aufflammender geopolitischer und religiös begründeter Konflikte?
Das Verhältnis zwischen Christen- und Judentum ist geprägt von Gegensätzen im Spannungsfeld eines gemeinsamen Ursprungs und tief verankerter Vorbehalte und Zuschreibungen. Vor 80 Jahren, kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges, trafen sich bei der Konferenz von Seelisberg in der Schweiz christliche und jüdische Vertreter:innen, um antisemitisches Gedankengut auch aus religiöser Perspektive heraus zu bekämpfen. Ergebnis waren zehn Thesen, die das gegenseitige Verständnis und den Respekt bekräftigen sollten. Was ist von den Seelisberger Thesen im Jahr 2027 übriggeblieben und wie ist es um den christlich-jüdischen Dialog heute bestellt?
Das Christentum ist in seinem Selbstverständnis wesentlich mit dem Judentum verbunden. Im Jahr 2000 hat der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) den „17. Jänner – Tag des Judentums“ als Gedenktag im Kirchenjahr eingeführt. Dabei sollen sich die Christen in besonderer Weise ihrer Weggemeinschaft mit dem Judentum bewusst werden und zugleich des von ihnen an jüdischen Menschen und ihrem Glauben begangenen Unrechts in der Geschichte gedenken. Das Datum für den Tag des Judentums ist bewusst gewählt: Den Geist dieses Tages sollen die Kirchen in die anschließende weltweite „Gebetswoche für die Einheit der Christen“ (18. bis 25. Jänner) weiter tragen.
Referent:
Dr. Jehoschua Ahrens, Oberrabbiner von Salzburg und Gemeinderabbiner der Jüdischen Gemeinde Bern. Ordination am Ohr Torah Stones Joseph and Gwendolyn Straus Rabbinical Seminary, Studium in Cambridge, Promotion und Habilitation in Luzern. Honorarprofessor für Abrahamitische Religionen an der Theologischen Fakultät der Universität Trier.
Mitglied der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschland (ORD), ehrenamtlicher Direktor für Zentraleuropa des Center for Jewish-Christian Understanding and Cooperation. Mitherausgeber der orthodoxen rabbinischen Erklärung zum Christentum von 2015
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Anmeldung: erwünscht bis Donnerstag, 14. Jänner 2025 im Haus der Begegnung (siehe Anmeldeformular weiter unten) bzw. Lehrer:innen melden sich bitte direkt bei David Erhart MEd. BEd. BEd. an |
Datum:
Sonntag, 17. Januar 2027
, 19:00-22:00 Uhr
Ort:
Haus der Begegnung, Rennweg 12, 6020 Innsbruck
Beitrag:
Eintritt frei
Anmeldung bis:
Donnerstag, 14.Januar 2027
Veranstalter:
Der Bischof der Diözese Innsbruck und der Superintendent der Evangelischen Kirche für Salzburg – Tirol laden ein. Organisiert vom Lokalkomitee für jüdisch-christliche Zusammenarbeit Tirol. Gemeinsam mit Haus der Begegnung der Diözese Innsbruck
Anmelde-E-Mail:
hdb.kurse@dibk.at
Zielgruppen / Voraussetzung:
Anmerkungen: