Gedenken neu denken
2027 wird der Gedenkort Reichenau eröffnet. Er erinnert an die im ehemaligen NS-Lagerkomplex getöteten und inhaftierten Menschen. Die Errichtung der Gedenkstätte fällt in eine Zeit, in der es kaum noch Zeitzeug:innen gibt. Um die Erinnerung an dieses dunkle Kapitel der Geschichte lebendig zu halten, braucht es deshalb heute neue Wege. Nur: Wieso sollte diese Geschichte junge Menschen interessieren, wenn sie kaum biografische Bezüge herstellen können? Was bedeutet die Gedenkstätte für Jugendliche heute? Vor allem für jene, deren Eltern, Großeltern, Urgroßeltern nicht aus Tirol oder Zentraleuropa kommen? Und wie können wir, auch trotz unterschiedlicher Familiengeschichten eine gemeinsame Gedenkpraxis entwickeln?
Dass Gedenkorte mit innovativen Konzepten Raum für diese aktuellen Herausforderungen in der Vielfaltsgesellschaft bieten können, zeigt etwa die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Im Projekt ReMember hat sie Jugendliche verschiedener Herkünfte zusammengebracht und eigene Erfahrungen mit Flucht, Ausgrenzung und antisemitischem Gedankengut vor dem geschichtlichen Hintergrund beleuchten und kreativ reflektieren lassen.
Welche Rolle können Gedenkorte in einer Zeit einnehmen, in der die Demokratie gegen autoritäre Strömungen wieder stärker verteidigt werden muss?
Wir laden euch ein, an diesem Abend mit Expert:innen zu diskutieren, was es braucht, damit die Gedenkstätte zu einem Ort wird, an dem Jung und Alt heute erinnert, um das Morgen zu gestalten.
Referent:innen:
- Dennis Forster M.A., wissenschaftlicher Mitarbeiter und Pädagoge an der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, dort für Bildungsprogramme mit unterschiedlichsten Zielgruppen verantwortlich – von Auszubildenden und Führungskräften der AUDI AG, US-Soldaten über Geflüchtete bis zu internationalen Jugendgruppen.
- Sowie Referent:innen der Stadt Innsbruck, von erinnern:at und weitere
Datum:
Donnerstag, 05. November 2026
, 18:00-19:30 Uhr
Ort:
Haus der Begegnung, Rennweg 12, 6020 Innsbruck
Kontakt:
Dr. Martina Loth
Beitrag:
Eintritt frei
Veranstalter:
Eine Veranstaltung von Stadt Innsbruck und Haus der Begegnung
Mitveranstalter:
Gemeinsam mit erinnern:at (angefragt)
Anmelde-E-Mail:
hdb.kurse@dibk.at
Zielgruppen / Voraussetzung: