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LEHRGANG Konflikte transfomieren

Lehrgang in drei Modulen von September – Dezember 2022

Konflikte zwischen Menschen kommen überall vor, sind keine Ausnahme, sondern der Normalfall menschlichen Zusammenlebens. Zugleich aber haben sie einen hohen Preis. Die Folgewirkungen schlecht bearbeiteter Konflikte reichen von Arbeitsunzufriedenheit oder Verlust des Arbeitsplatzes im beruflichen Kontext, über Brüche, Trennungen und Scheidungen im privaten Umfeld, bis hin zu Kriegen.
In diesem Lehrgang geht es darum, die meist als „Störung“ wahrgenommenen Konflikte in Beziehungen und Organisationen als Ressource zu sehen und ihr Potenzial zu erschließen.
Der Lehrgang bietet die Möglichkeit einer erweiterten und vielschichtigen Konfliktanalyse im Beziehungsgeschehen und zeigt Möglichkeiten und Wege auf, wie Konflikte konstruktiv bearbeitet werden können. Hierbei werden zeitgemäße, theoretische Konzepte erläutert, darauf aufbauend praktische Konfliktanalyse anhand der modellhaft eingebrachten Konflikte angewandt und anschließend verschiedene Interventionsmöglichkeiten überlegt. Konflikte können transformiert und in etwas Konstruktives verwandelt werden.
Der Lehrgang für Konflikttransformation richtet sich an alle, die bei Konflikten in ihrem Umfeld effizienter und gezielter intervenieren möchten.
Zielgruppe: FriedensarbeiterInnen, Führungskräfte, Organisations- und SozialberaterInnen, TherapeutInnen, SeelsorgerInnen, LehrerInnen, BetriebsrätInnen, JugendarbeiterInnen. 

Themen und Termine: 

29. September – 01. Oktober 2022
Modul 1
Grundlagen: Unterschiedliche Verständnisse von Frieden, Friedensethik und Friedenserziehung. 

Der Krieg tendiert dazu, die Kulturen einander anzugleichen,
während der Friede jener Zustand ist, in dem jede Kultur
auf ihre eigene, unvergleichliche Weise blüht.
(Ivan Illich, Vom Recht auf Gemeinheit) 

Alle Menschen teilen die Sehnsucht nach Frieden – allerdings nach welchem Frieden? Das erste Modul des Lehrgangs verdeutlicht, dass es in der Tat viele verschiedene Frieden sind, nach denen wir uns sehnen können. Am Beginn des gemeinsamen Lernwegs stehen Fragen nach der Friedens- und Konfliktkultur auf persönlicher Ebene, in den Beziehungen, Gruppen, Organisationen und Unternehmen, aus denen die Teilnehmenden kommen. Wie kann „Vielfalt unter einem Dach“ gelebt werden, wie gestalten wir Beziehungen? Kann ich meine eigenen Friedenpotentiale besser erkennen und weiter entwickeln? Helfen die Werte der Friedensethik im Verstehen von Konflikten und um friedlicher zusammen zu leben und welche Rolle kommt der Friedenserziehung in der Präventionsarbeit zu? Wir fragen auch nach der Bedeutung von Versöhnung und Vergebung auf der Suche nach Frieden.

Sie lernen:
• Beziehungen in ihrer Bedeutung für die Friedens- und Konfliktkultur erkennen.
• „Frieden im Plural“: die wichtigsten Friedenszugänge in ihren Dimensionen und Schattenaspekten verstehen.
• Das eigene Friedensverständnis als Schlüssel zum eigenen Verhalten in Konflikten und herausfordernden Situationen begreifen.
• Konstruktiven Umgang mit Enttäuschung, Wut, Angst und anderen starken Gefühlen finden.
• Die Bedeutung von Friedenserziehung und Friedensethik erkennen/schätzen lernen. 

Gäste im Gespräch: 

  • Mag.a Isabelle Guibert, MA, Creative Writing und Frieden
  • Dr. Martin Leiner, Universität Jena, Friedensethik und Versöhnung
  • Dr.in Rina Alluri, Friedensphilosophien im internationalen Kontext (angefragt)

10. – 12. November 2022
Modul 2
Konfliktanalyse: die Dimensionen jenseits der Oberfläche erkunden 

Der Ursprung aller Konflikte liegt in der mangelhaften Beziehung
und im Ungleichgewicht unserer inneren drei Persönlichkeiten:
der mentalen, emotionalen und instinktiven.
(Claudio Naranjo) 

Dieses Modul bietet Ihnen ein differenziertes und gründliches Conflict Mapping, um Konflikte umfassender zu verstehen und in ihrer Komplexität besser zu erfassen. Es eignet sich sowohl für persönliche und berufliche Konfliktsituationen, aber auch für ein besseres Verständnis von gesellschaftlichen Friedens- und Versöhnungsprozessen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene. Menschen, die andere in Konflikten beraten und begleiten, gewinnen dadurch Sicherheit und Klarheit in herausfordernden Situationen.
Ein tiefer gehendes Conflict Mapping hilft Ihnen, Konflikte wirklich nachhaltig zu verwandeln und sie verbessern damit Ihre Friedens- und Konfliktarbeit in der persönlichen und beruflichen Praxis und gestalten tragfähige Veränderungsprozesse. 

Sie lernen:
• Schlüsselfragen zur Erarbeitung einer Konflikt-Landkarte stellen und anwenden.
• Welche Rolle spielen Instinkte, Gefühle, Ideen und Spiritualität im Konfliktgeschehen?
• Was brauchen die Beteiligten in Familie, Gemeinschaft oder Gesellschaft? 

FILM im Gespräch: in einer gemeinsamen Filmanalyse lernen wir Konflikte umfassender zu analysieren.
GÄSTE im Gespräch: Sabrina Stein, MA BA, Universität Innsbruck, Friedens- und Konfliktforscherin 

 

„Nicht der Konflikt ist das Problem,
sondern die Art, wie mit ihm umgegangen wird.
Fortgesetzte Konflikte sind nichts anderes
als misslungene Kommunikation“.
(Wolfgang Dietrich) 

15. – 17. Dezember 2022
Modul 3
Intervention – nach der Analyse ins Tun kommen 

Nachdem wir im vorigen Modul eine Konfliktlandkarte erarbeitet haben, geht es nun an die Intervention: mit welcher Haltung, Methoden und Werkzeugen können wir einen konkreten Konflikt transformieren? Im Mittelpunkt stehen unsere eigenen Potentiale, ergänzt um weitere kommunikations- und körperorientierte Methoden, die nicht nur unsere mentalen, sondern ebenso die körperlichen, emotionalen und spirituellen Dimensionen einbinden.

Sie lernen:
• Die persönlichen Interventions- und Verhaltensrepertoires in Konfliktsituationen zu erweitern.
• Angewandte Methoden aus dem Theater zum Leben, der Gewaltfreien Kommunikation und der Generativen Bilderarbeit erweitern Ihre Interventionsmöglichkeiten.
• Sie lernen Standpunkte aus der aktuellen Pazifismus Forschung sowie der aktuellen Sicherheitspolitik am Beispiel der Ukraine kennen. 

Gäste im Gespräch: 

  • Mag. Herbert Bauer (Militärkommandant von Tirol i.R., Unternehmensberatung - Krisenmanagement - Strategische Planung), zu sicherheitspolitischen Fragen
  • Dr. Wolfgang Palaver, Universität Innsbruck, Institut für Systematische Theologie, Forschungen zu Gandhis militanter Gewaltfreiheit
  • Mag. Armin Staffler, Verein spectACT, Theater zum Leben
  • Dr.in Vera Brandner, Verein ipsum und Universität Innsbruck, Institut für Soziologie, mit Generativer Bildarbeit

Methodik/Didaktik:
Der Lehrgang beinhaltet Theorie und Praxisteile gleichermaßen. Als Beispiele werden vorwiegend echte und jedenfalls anonymisierte Konflikte der Teilnehmer*innen verwendet. Im erfahrungsorientierten Teil arbeiten wir mit Methoden der Meditation; einer körperorientierten Variante von gewaltfreier Kommunikation; mit Methoden und Dynamiken aus dem Theater zum Leben; mit Visualisierungen; mit Musik und deren Veränderungspotential.
Jedes Modul wird durch eine Gesprächseinheit mit einem/r Expert*in aus dem Bereich der Friedensarbeit/Konflikttransformation/Versöhnung intensiviert.
Die Module werden grundsätzlich in Präsenz beabsichtigt. Sollte sich pandemiebedingt andere Anforderungen ergeben, könnten sie auch virtuell angeboten werden.
Zur Präsenzlehre dazu, ist eine Literaturphase zwischen 1. und 2. Block eingeplant. Der Abschluss wird durch ein kurzes, schriftliches Reflexionspapier erarbeitet. 

Drei Module, jeweils am Donnerstag von 15:00 – 22:00 Uhr
sowie Freitag und Samstag von 10:00 – 19:00 Uhr: 

29. September – 01. Oktober 2022
10. – 12. November 2022
15. – 17. Dezember 2022 

Koordinationsteam und inhaltliche Leitung: 

  • Mag. Matthias GOSSNER MSc/MA, 15-jährige Erfahrung in politisch hoch konfliktiven Kontexten in Lateinamerika. Absolvent des Master Programms UNESCO Chair for Peace Studies-Univ. Innsbruck. Aktuell Friedensfachkraft in Mexiko für das Programm Ziviler Friedensdienst/Brot für die Welt.
    PhD-Kandidat am Jena Zentrum für Versöhnungsforschung.
  • Mag.a Manuela Schweigkofler, Erziehungswissenschafterin, zertifizierte Erwachsenenbildnerin, mehrjährige Projekterfahrung in der internationalen Entwicklungsarbeit in Nachkriegskonfliktgebieten. Zertifizierte „Train the Trainer“ Ausbildnerin für Konfliktarbeit (national coalition building institute, Schweiz). Aktuell Geschäftsführerin vom Haus der Begegnung der Diözese Innsbruck.

Beitrag: EUR 1.640,- für drei Module inkl. Lehrgangsunterlagen
Frühbucherpreis (bis 31. Juli 2022): EUR 1.450,-
Update Förderung möglich! siehe weiter unten 

Anmeldung ab sofort möglich!

Datum:
Von Donnerstag, 29. September 2022, 15:00 Uhr
bis Samstag, 17. Dezember 2022, 19:00 Uhr

Ort:
Haus der Begegnung, Rennweg 12

Beitrag:
EUR 1.640,- für drei Module inkl. Lehrgangsunterlagen, Frühbucherpreis (bis 31. Juli 2022): EUR 1.450,-

Anmeldung bis:
Donnerstag, 15.September 2022

Veranstalter:
Haus der Begegnung Bildungshaus der Diözese Innsbruck

Anmelde-E-Mail:
hdb.kurse@dibk.at

Dokument:
folder-konflikte-transformieren-2022.pdf (392,2 kB)

Update Förderung

Es besteht die Möglichkeit der Update Förderung hier>>


Anmeldung

Füllen Sie das folgende Formular aus, um sich für diese Veranstaltung anzumelden

Beitrag:
EUR 1.640,- für drei Module inkl. Lehrgangsunterlagen, Frühbucherpreis (bis 31. Juli 2022): EUR 1.450,-