Vom Mythos der erlösenden Gewalt

Das Götterkind Marduk tötet seine Mutter und formt aus ihrem Leib den Kosmos. Dem Ursprung der Welt geht im babylonischen Schöpfungsmythos "Enuma Elish" Grausamkeit und Gewalt voran. Die in Babylon gefangenen Juden schreiben den alttestamentlichen Schöpfungsmythos in dem jeder Tag gut ist. Das Alte Testament steht dem Mythos der schöpferischen Gewalt damit diametral gegenüber.
 
 Der Theologe Walter Wink zählt zu den zehn wichtigsten Amerikanischen Theologen. Ihn begleitet dieser Film. Er beschäftigte sich dreißig Jahre mit den Mächten und ihren Mythen und fragte dabei nach Engeln, Dämonen, dem Geist von Gemeinden, Institutionen und Nationen. Walter Wink untersuchte das Alte und Neue Testament, um Antworten und sprachliche Fassungen zu erhalten, mit welchen unsichtbaren "Mächten und Gewalten" Menschen vor zwei- und dreitausend Jahren und heute in einer aufgeklärten Welt koexistieren. Er spricht von Herrschaftssystemen, dem Mythos der erlösenden Gewalt, von damaligen wie heutigen Bürokratien und einer undefinierbaren Macht von Institutionen, die sich verselbstständigen. Schließlich untersucht er Jesus und seinen Umgang mit den damaligen Besatzern und Herrschern.
 
 In der Bürgerrechtsbewegung aktiv demonstrierte Wink gegen die amerikanischen Interventionskriege, reiste in Chiles Militärdiktatur und schmuggelte Bücher über gewaltfreie Methoden, die er "den dritten Weg Jesu" nennt, nach Südafrika. Er erlebte dabei konkret Gottes Wirken.  

ReferentInnen: Johanna TSCHAUTSCHER, Regisseurin und Schriftstellerin und Universitätsprofessor Dr. Wolfgang PALAVER, Institut für Systematische Theologie, Universität Innsbruck.

Datum:
Dienstag, 13. März, 19:30-21:30 Uhr

Beitrag:
frewillige Spende

Veranstalter:
Haus der Begegnung Bildungshaus der Diözese Innsbruck

Mitveranstalter:
Gemeinsam mit dem Institut für Systematische Theologie an der Universität Innsbruck, dem ABZ - dem Ausbildung- und Begegnungszentrum der Universität Innsbruck und dem Katholischen Bildungswerk Tirol.