Berbner, Bastian: 180 GRAD Geschichten gegen den Hass

Berbner, Bastian

180 GRAD

Geschichten gegen den Hass

Egon Erwin Kisch-Preis für die beste Reportage 2019

 

Tiefe Risse durchziehen Deutschland, Europa und die Welt. Grabenkämpfe zwischen Links und Rechts, Arm und Reich, zwischen den Geschlechtern oder Jung und Alt - die Polarisierung der Gesellschaft schreitet unaufhaltsam voran. Und wir stehen daneben: unsicher, verängstigt und vor allem ratlos. Ist eine 180-Grad-Wende noch möglich?
Bastian Berbner lernte im Gespräch mit Wissenschaftlern, dass man Hass und Vorurteile überwinden kann...  - zumindest theoretisch. Er begab sich also im echten Leben auf die Suche nach Menschen, denen genau das gelungen ist. Dabei merkte er: Davon gibt es mehr, als wir denken. Nur schaut kaum jemand hin. Dieses Buch tut das. Es erzählt die Geschichten von erfolgreichen Begegnungen. Wir reisen mit Berbner in ein irisches Dorf, in eine dänische Polizeistation, in botswanische Schulen oder in eine Hamburger Reihenhaussiedlung. Wir treffen Nazis und Islamisten und jene, die sie bekämpfen. Dabei tauchen wir ein in ein sozialpsychologisches Experiment, das uns die Welt mit anderen Augen sehen lässt, und erfahren, was wir tun können gegen eine der großen Krisen unserer Zeit.    

https://www.chbeck.de/berbner-180-grad/product/27951440 

 

Der Beitrag wurde ausgewählt von Veronika Lamprecht

„Rezepte für Jung und Alt. Recipes for the Young and the Old”

Gerade jetzt ist vielleicht eine Zeit, wieder bewusster zum Essen als (Kern-)Familie zusammenzukommen, wieder mehr Gelegenheit zum Kochen zu haben und im Abstand-Halten von Freunden und der weiteren Familie - vor allem von Älteren - zu merken, was wir dann auch vermissen: Das, was die Oma halt am Besten kocht von allen Menschen auf der Welt. Das ganz bestimmte Gericht, das wir IMMER an Ostern essen, wenn wir alle beisammen sind. Der Geruch, der durchs Haus vom (Groß-)Onkel und der (Groß-)Tante weht, wenn der Apfelstrudel fertig ist und einfach wirklich noch zu heiß ist zum gleich jetzt sofort essen. Den alle Nichten und Neffen gleich gern mögen wie früher, auch wenn sie jetzt alle schon Mitte vierzig sind, aber es riecht noch genau wie damals…als sie alle Kinder waren…

Wie sehr uns Gerüche und Gerichte in einer Sekunde in eine Situation, an einen Ort, in ein Gefühl versetzen können. Wie glücklich wir uns schätzen können, wenn wir den Luxus haben, Verschiedenes zubereiten und genießen zu können. Wie froh wir sein können, keinen Hunger zu leiden. Wie sehr wir bewundern, wie manche Frauen und Männer die Kunst beherrschen, aus sehr wenig - vielleicht sehr bescheidenen und möglichst günstigen Zutaten - eine wunderbare Speise zu bereiten, die uns den Magen und die Seele wärmt.

Jede*r kennt diese Momente, diese Bilder im Kopf und die Geschmäcker auf der Zunge. Das Weltkulturenmuseum in Frankfurt/Main hat begleitend zu einer der vergangenen Ausstellungen („Grey is the new pink – Momentaufnahmen des Alterns“) ein Kochbuch veröffentlicht mit Rezepten, die BesucherInnen über die Ausstellungsmonate hinweg dort aufgeschrieben haben: In verschiedenen Sprachen, immer mit selber gemalten Symbolen, damit alle die Rezepte verstehen, manchmal mit rührenden Hinweisen, wer dieses oder jenes überliefert oder „immer gekocht“ hat. Lassen Sie sich inspirieren, vielleicht kennen Sie ja jemanden, der eine der Sprachen spricht und trotz Zeichenlegende noch mehr Klarheit in ein Rezept bringen kann, oder starten Sie Ihr eigenes Familienkochbuch: auch die Kleinen können schon Zutaten malen und sie der Oma als Wunschzettel/Sehnsuchtskompliment schicken. Vielleicht wäre es toll, einige der Rezepte gerade jetzt in dieser Zeit zu teilen und zu bewahren, synchron an unterschiedlichen Herden zu kochen und dann gleichzeitig zu essen. Vielleicht bietet es einen Anlass, mal die Oma oder die Nachbarn zu fragen, welche Gerüche und Geschmäcker sie eigentlich aus ihrer Kindheit erinnern? Ob sie immer was zu essen hatten? Vielleicht ist es ein Anlass als Familie oder in der Nachbarschaft über ganz grundlegende Erinnerungen, Erlebnisse und Empfindungen rund ums Essen im Gespräch zu bleiben oder daheim ins gemeinsame Kochen zu finden. Jedenfalls aber: Trotz Abstand einander zu umsorgen mit Nähe und Seelennahrung! In diesem Sinne gesegnete Ma(hl)-Zeiten!

Kochbuch zum Download auf: https://www.weltkulturenmuseum.de/de/museum/aktuell/?aktuell=das-offizielle-kochbuch-zur-ausstellung-grey-is-the-new-pink , zuletzt abgerufen am 16.04.2020

 

Ausstellungskatalog: https://www.weltkulturenmuseum.de/de/publikationen/?publikation=grey-is-the-new-pink-momentaufnahmen-des-alterns, zuletzt abgerufen am 16.04.2020

 

Dieser Beitrag wurde für Sie zusammengestellt von Magdalena Modler-El Abdaoui.

Rutger Bregman: Im Grunde gut - Eine neue Geschichte der Menschheit

Der Historiker und Journalist Rutger Bregman setzt sich in seinem neuen Buch mit dem Wesen des Menschen auseinander. Anders als in der westlichen Denktradition angenommen ist der Mensch seinen Thesen nach nicht böse, sondern im Gegenteil: von Grund auf gut. Und geht man von dieser Prämisse aus, ist es möglich, die Welt und den Menschen in ihr komplett neu und grundoptimistisch zu denken. In seinem mitreißend geschriebenen, überzeugenden Buch präsentiert Bregman Ideen für die Verbesserung der Welt. Sie sind innovativ und mutig und stimmen vor allem hoffnungsfroh.

 

Dieser Beitrag wurde von Christine Norden, Fachreferat Gesellschaftspolitik und Ethik, für Sie ausgewählt.

  

Frauen machen Kirche

„Warum halten viele Theologinnen im Kirchendienst und katholische Christinnen im Ehrenamt ihrer Kirche nach wie vor die Treue? Warum liegt ihnen die Kirche - trotz aller kritischen Auseinandersetzung - am Herzen? Was finden sie dort, was möchten sie nicht verlieren? Was motiviert sie zum Einsatz für das Reich Gottes, für eine gerechte Welt für alle? 80 Frauen unterschiedlicher Generationen und Berufsgruppen, von Österreich bis Belgien, von der Schweiz bis Südtirol, geben Auskunft über ihr Ringen und ihr Engagement. Ihre inspirierenden Gedanken können alle Frauen und Männer ermutigen, die ebenfalls einen Wandel der katholischen Kirche ersehnen. Ergreifende Glaubenszeugnisse, klare Analysen, zornige Ausbrüche, starke Visionen.“ (Klappentext des Buches, https://shop.verlagsgruppe-patmos.de/frauen-machen-kirche011217.html  )

Hören Sie selbst!

zur Leseprobe von Alexandra Bauer  

 

Dieser Beitrag wurde von Christine Norden, Fachreferat Gesellschaftspolitik und Ethik, für Sie ausgewählt.

 

Bildquelle: https://shop.verlagsgruppe-patmos.de/frauen-machen-kirche-011217.html

[abgerufen, am 4.5.2020, 11:17 Uhr]

Kirche in Zeiten der Coronakrise

Was bis vor kurzem denkunmöglich war, ist derzeit Realität: Gottesdienste sind ausgesetzt, die Erstkommunion verschoben, Pfarrbüros geschlossen, Treffen in den Pfarren abgesagt. Vielleicht ist gerade in so einer ungewöhnlichen Zeit eine frische Anregung gut: Theologie am Andersort.

Theologie am Andersort – das meint eine explorative Theologie, die ihren angestammten Ort am Schreibtisch, im Hörsaal und Seminarraum verlässt und sich auf den Weg macht: hinaus auf die Straße, hinein ins „wirkliche“ Leben.

Begleiten Sie den Theologen Christian Bauer in die Einbahnstraße, die keine ist. https://www.youtube.com/watch?v=GXmUYLbMQm4  

Neugierig geworden? Dann werfen Sie mit Christian Bauer einen Blick in die Zukunft: Hat die Kirche eine Zukunft? https://www.youtube.com/watch?v=-KopMWbOVz8  

 

Der Tipp kommt diesmal von Christine Norden

Paul Horn: Über die Grenzen

Wien – Teheran – Damaskus – Kabul: Drei junge Männer auf ihrem Weg in die Freiheit

"Wien im Sommer 2015. Nach dem Uniabschluss begibt sich Paul mit zwei Freunden per Rad auf die Reise seines Lebens. Das Ziel: Teheran. In drei Monaten wollen sie die 5.000 km bis in den Iran schaffen. Ihr Weg wird zu einem ausgelassenen Abenteuer voller Improvisation, Missgeschicke, spannender Begegnungen, Flirts und Erkenntnissen über andere Länder, fremde Menschen und deren Kulturen. Devise: in den Tag hineinleben, nehmen, was kommt, reisen ohne Angst. Zur gleichen Zeit brechen Malek aus Afghanistan und Filip aus Syrien ebenfalls zu einer Reise auf. Das Ziel: Sicherheit. Krieg, der IS und schiere Verzweiflung zwingen sie, ihre Heimat und Familie zu verlassen. Sie wollen ihr Leben retten, müssen sich
Schleppern anvertrauen, geraten erneut in Lebensgefahr, überqueren Gebirgszüge und das Mittelmeer. Auf ihrer Flucht sind sie nirgends erwünscht. Devise: nie stehenbleiben, nie zurücksehen, immer weiter ins Ungewisse. In harten Schnitten erzählt Franz Paul Horn die Geschichten dreier junger Männer. Unbeschwert und abenteuersehnsüchtig der eine, gehetzt und ohne Sicherheit die beiden anderen. Sie reisen aufeinander zu, passieren zur selben Zeit die gleichen Orte, doch ihre Erfahrungen könnten unterschiedlicher nicht sein. Als sich in Österreich ihre Wege kreuzen, erkennen sie: Am Ende sind sie alle einfach nur junge Männer, die leben wollen." Mehr über den Autor und das Buch finden Sie im Download. 

 

Der Buchtipp der Woche wurde ausgewählt von Bernd Zeidler

Piketty, Thomas: Kapital und Ideologie

"Mit dem Weltbestseller 'Das Kapital im 21.Jahrhundert' hat Thomas Piketty eines der wichtigsten Bücher unserer Zeit geschrieben. Jetzt legt er mit einem gewaltigen Werk nach: Kapital und Ideologie ist eine so noch niemals geschriebene Globalgeschichte der sozialen Ungleichheit und ihrer Ursachen, eine unnachsichtige Kritik der zeitgenössischen Politik und zugleich der kühne Entwurf eines neuen und gerechteren ökonomischen Systems.

Nichts steht geschrieben: Der Kapitalismus ist kein Naturgesetz. Märkte, Profite und Kapital sind von Menschen gemacht. Wie sie funktionieren, hängt von unseren Entscheidungen ab. Das ist der zentrale Gedanke des neuen Buches von Thomas Piketty. Der berühmte Ökonom erforscht darin die Entwicklungen des letzten Jahrtausends, die zu Sklaverei, Leibeigenschaft, Kolonialismus, Kommunismus, Sozialdemokratie und Hyperkapitalismus geführt und das Leben von Milliarden Menschen geformt haben. Seine welthistorische Bestandsaufnahme führt uns weit über Europa und den Westen hinaus bis nach Asien und Afrika und betrachtet die globalen Ungleichheitsregime mit all ihren ganz unterschiedlichen Ursachen und Folgen. Doch diese eindrucksvolle Analyse ist für Thomas Piketty kein Selbstzweck. Er führt uns mit seinen weitreichenden Einsichten und Erkenntnissen hinein in die Krise der Gegenwart. Wenn wir die ökonomischen und politischen Ursachen der Ungleichheit verstanden haben, so Piketty, dann können wir die notwendigen Schritte für eine gerechtere und zukunftsfähige Welt konkret benennen und angehen. Kapital und Ideologie ist das geniale Werk eines der wichtigsten Denker unserer Zeit, eines der Bücher, die unsere Zeit braucht. Es hilft uns nicht nur, die Welt von heute zu verstehen, sondern sie zu verändern."(1)

(1) 6.4.2020, 13.30 Uhr) https://www.chbeck.de/piketty-kapital-ideologie/product/29712172 

 

Kurzvideo mit Autor (untertitelt): https://www.youtube.com/watch?v=mxtNSf2Ii1U 

 

AK Wien, Buchanalyse: https://www.youtube.com/watch?v=aWM6eFmawg8

 

Dieser Beitrag wurde für Sie von Veronika Lamprecht zusammengestellt